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mikebrandt.de - Mikes Bücher und Lesungen
Lesungen für Kinder

Mike Brandt´s Lese-Spektakel - LIVE (mit Klick einblenden)

Gedanken zum Lesen, zu Lesungen und zur Leseförderung

Lesen – Nein, Danke? Diese Aussage trifft auf viele Menschen immer häufiger zu: Alltagsstress und unkontrollierbare Einflüsse visueller Medien führen zu einem Defizit an Beschäftigung mit der Literatur, das Aufschlagen eines Buches gerät zu einer schwer nehmbaren Hürde, gegen die das Drücken des Ein-Ausschalters am Fernseher eine Lappalie ist. Dabei wäre es mehr als erstrebenswert, dass die positive Wirkung, die ein Buch auf einen Leser ausübt, wieder einen höheren Stellenwert im Konsumentenverhalten einnimmt, denn nur in der Begegnung mit den Bildern in uns kommt es zu einer wirklichen Auseinandersetzung mit den eigenen Sorgen, Zweifeln und Wünschen. Lesen ist nicht nur Fortbildung und Erweiterung intellektueller Fähigkeit, Lesen bedeutet auch meditative Entspannung und bietet gar Vorteile wie jene durch autogenes Training gewonnenen Qualitäten. Doch manch einer verlernt im Laufe der Jahre das Lesen als ein Vertiefen in die, aus den Buchstaben, entsprungenen Bilder, das Abspielen des eigenen Films im Kopf und das Einleben in diesen Film, in dem der Leser selber zur Hauptperson wird und die Grenzen seiner eigenen realen Welt überwindet. Umso wichtiger ist es, dass schon bei Kindern mit dem Ausprägen dieser Fertigkeiten begonnen wird, sie sich üben in der Meisterschaft des verinnerlichten Lesens. Die meisten Kinder sind tatsächlich anfänglich, im Vergleich mit Erwachsenen, Meister dieses Faches: Phantasie und Vorstellungskraft sind als Grundeigenschaften im überfluss vorhanden, sie stellen sich ohne Skepsis der Phantasie, den fremden Welten. Leider muss man jedoch, besonders in den letzten Jahren, feststellen, dass diese Grundfertigkeiten schon im Grundschulalter durch die Begegnung mit den schnellen Medien (PC und TV) immer früher beschnitten werden. So ist es unabdingbar und von grundlegender Wichtigkeit, den Spaß der Kinder am Lesen lang anhaltend zu fördern und auszubauen. Ein wichtiges Mittel hierzu: Die Lesung. Kinder sind – besonders im Grundschulalter, aber auch noch in der Sekundarstufe 1 - dankbare Zuhörer. Doch sollte der Vorleser diesem Angebot von Seiten der Kinder auch entsprechend verantwortungsvoll gegenübertreten: Nichts ist schlimmer als eine langweilige Lesung, in der ein Kind über eine Stunde still sitzt und lediglich von der ein oder anderen Fragestellung zwischen den Kapiteln versuchsweise aufgemuntert wird, auch weiter seine Konzentration zu strapazieren.

Deshalb folge ich bei meinen Lesungen, die ich als Werbung fürs Lesen verstanden wissen möchte, einem anderen Konzept: Bei meinen Lesungen verlieren die Kinder von Anfang an den Status des schweigenden, still sitzenden Zuhörers: Sie sollen:
  • laut mitreden/rufen (z.B. als wiederkehrende Reaktion auf ein Signalwort = fördert die Konzentration auf den Text)
  • laut mitsingen (bei bekannten, aber vor allem eigenen Liedern, wie zum Beispiel das Mutmach-Lied ‚Ich hab´ keine Angst´ = das Lied wurde von manchem Kind auch noch vor der nächsten Klassenarbeit oder auf dem Pausenhof gesungen ;-)
  • antworten und Fragen stellen (zum Beispiel zum Thema ‚Lesen´ oder ‚Pisa-Studie, bzw. Schulvergleichstests)
  • sich mit bewegen (bei Mitmachliedern)
  • Zuhören und das Nahebringen des Textes wird gefördert durch Klanguntermalung per Gitarrensynthesizer oder einen vorab angekündigten Wettbewerb (am Anschluss an ein Kapitel wird zu dem Kapitel eine Frage gestellt, der Gewinner erhält einen kleinen Preis)
  • Das Einbinden von Handpuppen als Träger und Konzentrationspunkt der jeweiligen Geschichte

Ziel dieses Lesespektakels ist es, die Kinder zu ermutigen auch in Zukunft mehr zu lesen und auch wieder zu öffentlichen Lesungen zu gehen, die – wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann – mehr als mäßig besucht werden. Und natürlich soll ihnen gezeigt werden, dass ein Buch viel mehr beinhaltet als Buchstaben und blanke Theorie, und das mit einem Buch Emotionen und tolle Bilder verbunden sind, eben auch dieser Film im eigenen Kopf, der – wenn er erst einmal zu laufen beginnt – auch Geräusche sowie andere Sinnerlebnisse und die Begegnung mit phantastisch neuen Welten ermöglicht, die für den ein oder anderen auch Schlupflöcher aus ängsten und Zweifeln bieten. Und zu guter Letzt: Ein Buch bietet für einen Menschen mehr, als eine hektische Abfolge von ‚Fernseh'bildern es je tun kann: Ein Leser kann seinen Film-im-Kopf verlangsamen, anhalten, Sequenzen wiederholen. An diesem Punkt versagen die neuen und schnellen Medien und greifen in unsere Psyche ein in einer Art, die eigentlich vermieden werden sollte: Sie bringen Aufruhr und werfen Fragen auf, die nicht gelöst werden, Berge an nicht verarbeitbaren Fakten, an Einflüssen, die das Unterbewusstsein überlasten.